schmiede dein Glück
 



schmiede dein Glück
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 


 

https://myblog.de/fonofil

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Remenz

erstaunlich, degeneriert sich das Hirn regeneriert sich das Hirn. Andere Orte nehmen Funktionen wahr, die vorher nicht dort zu finden waren. Alte Handlungs- und Bewegungsschemata werden als letztes vergessen, rudiment?re Restf?higkeiten k?nnen als Br?cke zur Realit?t genutzt werden. Komat?se Kommunikation, unbewusstes Handeln in Reinform.
Reflex? Wille?
Gestern fing eine komat?se Bewohnerin an, selbstst?ndig zu essen. Wahrscheinlich stimmten einfach die Schl?sselreize. Sie sa? in einem Rollstuhl vor ihrem Teller, hatte eine Gabel in der Hand. Ich setzte Schl?sselreize, indem ich die Gabel in der Hand der Bewohnerin zum Mund f?hrte und leicht und z?rtlich mit den Zinken ihre Lippen ber?hrte. Sie vollzog die komplette Bewegung selbst?ndig un a? ihr Mittagessen (nat?rlich passierte Kost!) mit einer Gabel, was zur Folge hatte, dass sie sich nat?rlich von oben bis unten einsaute, aber was soll's. Sie hat Kontakt aufgenommen und hat zumindest kurz, so hoffe ich wenigstens, Autonomie erfahren, eine Erfahrung, die ihr schon seit Jahren verwehrt bleibt, wird sie doch zu unseren Zeiten gelagert, gef?ttert, getr?nkt und trocken gelegt. Ich halte diese Autonomie aus, doch meine Kollegen?
19.9.05 16:27


... seines Gl?ckes Schmied...

Ich bin irgendwann aufgewacht und etwas war anders. Nicht alles, nur eine Stelle in meinem Kopf, die ich nicht fassen kann, drehte sich um die eigene Achse und der Schlaf in meinem Auge reibt von nun an meine Bindehaut blutig, weil ich viel zu lange geschlafen habe. Nat?rlich war mein K?rper wach, doch mein Geist lie? sich benebeln und von k?rperlicher Gesch?ftigkeit ablenken. Eigentlich entdeckte ich an jenem Morgen da ich die Augen aufschlug meine zombiesque Existenz nahe am Unbedeutenen und daher unwirklich, da ich nicht wirkte. 3 Millionen Sinneszellen korrespondierten mit der Au?enwelt und zeigten mir Bilder, die nur ann?hernd etwas mit der Wirklichkeit au?erhalb meines Kopfes zu tun haben kann. In meinem Kopf explodierte schon lange kein Feuerwerk mehr, doch ich bin dankbar f?r meine Reflexe, f?r mein Unbewu?tes, f?r meine zeitliche Existenz, die mich am Leben hielten. Ich habe einen K?rper damit ich die Zeit erfahren kann. Und dennoch unterhalten sich der Gr??tteil meiner Hirnzellen, auch zeitliche Materie, nur mit sich selbst, ohne je nach au?en zu dringen, ohne je eine Information der Welt zug?nglich zu machen. Immer nur Blitze in meinem Kopf, seitdem ich gezeugt worden bin bis ich nicht mehr atme. Vielleicht ist diese verborgene Welt die Wirklichkeit?
10.6.05 19:26


Eigentlich kann man garnichts gegen Chaos ausrichten, wenn es um einen herum aus dem Nichts herausbricht und einen in unaussprechlichem Sog mit sich rei?t, obwohl man gar nicht beteiligt ist oder beteiligt werden m?chte. Man ist einfach gefangen im Ereignishorizont einer chaotischen Supernova.

Die goldene Hochzeit meiner 'Schwiegereltern'.

Wenn ich jetzt auf dieses Ereignis zur?ckblicke, f?rbt sich der ganze Tag mit der Farbe des Unwirklichen. Ein oder zwei skurille Ereignisse mehr und es h?tte mit Hugh Grant in einer Hauptrolle (vornehmlich in meiner) verfilmt werden k?nnen.

Das Taxi des von weitem angereisten Bruders der Braut (die ein g?ldenes Kr?nchen trug) konnte von eben diesem nicht bezahlt werden, der Pastor unterstrich in der Dankesmesse, dass er einen Text (?u?erst lieblos) vortr?gt, 'den das Brautpaar ihm vorgeschrieben h?tten', auch die Predigt enthielt schlichte Unwahrheiten, die an Peinlichkeit kaum zu ?berbieten waren. Ein Sohn meiner 'Schwiegereltern' kam mit Frau, die die ganze Zeit mimisch nicht verbarg, dass sie nichts von dieser Veranstaltung hielt, und Kind bedeutend und sehr auff?llig, weil laut, zu sp?t in die Kapelle. Eine Schwiegertochter brachte nicht das von allen Verwandten abgesprochene Geldgeschenk (ein Blumenstrau? mit eingeflochtenen Geldscheinen) mit sondern eine selbstgebastelte Toilettenpapiertorte, eine Tatsache, die nicht nur die gesamte am Geschenk beteiligte Verwandschaft aufbrachte, sondern auch das Brautpaar tief verletzte, weil mit dem Toilettenpapier eine gewisse Assoziation einherging. Der Raum in dem gefeiert wurde, war viel zu klein, die Verwandschaft naturgem?? zu laut, der Ablauf zu hektisch, kurzum ich f?hlte mich nach zwei Stunden bereits extrem emotional gestresst. Nun muss ich dazu sagen, dass ich das Rauchen drangegeben habe und ich mir nicht wie zuvor bei diesen Familienfesten meine Auszeiten geg?nnt habe, indem ich mal eben vor die T?r gehen konnte, um eine zu rauchen. Mal abgesehen davon, dass es regnete, d.h., dass der rauchende Teil der Verwandschaft sich unter einem kleinen Vordach knubbelte, hatte ich keine M?glichkeit mich dem L?rm zu entziehen.

Dann fiel der schwere Hochzeitszinnteller auf den Kopf der Braut, ihr goldenes Kr?nchen flog ?ber den Tisch, sie erlitt eine Gehirnersch?tterung musste zur Kontrolle mit dem RTW ins Krankenhaus und verbrachte den Rest des Tages in ihrem abgedunkelten Zimmer, das Brautpaar artikulierte in diesem Zuge gegen?ber der Schwiegertochter ihre Kr?nkung bez?glich der Toilettenpapiertorte, diese Schwiegertochter nun ihrerseits gekr?nkt verlie? hysterisch schreiend die Szenerie. Zur Kr?nung des Tages ?berlie? die Braut ihren Kindern ihre Biographie, von ihr fein s?uberlich mit der Hand notiert vom Br?utigam abgetippt, vervielf?ltigt, gebunden und an alle Kinder verteilt. Ich durfte dann in der Nacht noch zwei aufgel?ste T?chter tr?sten, die ihre Eltern sterben sehen...

Und am n?chsten Tag hatte ich Fr?hdienst...
20.5.05 11:22


habe mir wohl den ersten Sonnenbrand der Saison geholt, hm, s??e Schmerzen des Sommers, ob ich morgen noch ein T-Shirt auf meinen verbrannten Schultern ertrage?

Jedesmal dasselbe, ich lerne es nie

fonofil
1.5.05 15:37


...k?rperlich v?llig am Ende. Keine Spannung mehr in der Muskulatur, den R?cken ?ber die Tastatur gebeugt, Schmerzen im Nacken, dann ein hartes Brett bis zur Lendenwirbels?ule, das rechte Bein nicht belastbar, in der linken Schulter ein Stein, in der linken Hand ein Kribbeln, das mich arlamiert, Knochen knirschen bei jeder Bewegung, Ringe unter den Augen... Der Tag nach einem Doppeldienst ist dann echt gegessen. War v?llig unkonzentriert heute morgen. Ich dachte, ich m?sste sofort kolabieren, als mein Wecker morgens unerbittlich meine Erholungsphase unterbrach, und die ungl?ubige Verwirrung manifestierte sich zur unerbittlichen Grundschwingung, ein roter Faden, der heute leider nicht gerissen ist. Habe mich heute tats?chlich gefragt, was mich unter diesen Umst?nden von meiner dementen Lieblingsklientin unterscheidet. Ich glaube nicht viel. Dennoch habe ich Vieles erreicht, womit ich nie gerechnet h?tte, wahrscheinlich gerade weil der Zustand ?berm?deter Verwirrung die Menschen, mit denen ich arbeite, erreichte. Vielleicht ist eine Demenz nichts anderes, als unendlich m?de sein und sich nie wirklich ausschlafen k?nnen, oder der Zeit hinterher rennen und sie nie wieder einholen k?nnen. Ich bin froh, den heutigen Tag beenden zu k?nnen und morgen ausgeschlafener aufzuwachen, aber was machen die anderen?

Nachdenklich

fonofil
29.4.05 20:12


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung